Ich bin krank!
Das an sich währe noch nicht erwähnenswert, viele habe momentan ‘ne Sommergrippe.
Nun ja, es ist Sonntag und wenn man versucht auf einem Sonntag jemanden zu finden, der den Dienst übernimmt, ist man besser beraten sich in der Zeit, die man zum suchen braucht lieber in den Sessel zu legen und um zu „entspannen“.
Also habe ich Heute meinen Dienst mit 39,8 Fieber, Schnupfen, Husten und Heiserkeit hinter mich gebracht.
Es dauerte auch nicht lange und der Bürger rief nach Hilfe.
Einsatzgrund: „Fieberhafter Infekt“!
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Und schon beim losfahren hatte ich einen dicken Hals. (Also noch dicker als ohnehin schon)
Wir werden von einer Dame an der Haustür in Empfang genommen, welche uns auch gleich aufklärt, wie schlecht es doch ihrem Mann geht. Beide sind so Mitte vierzig und offensichtlich im Besitz eines fahrtüchtigen Autos.
Wir werden zum Schlafzimmer geführt, wo schon der sterbende Schwan auf uns wartet.
Man klagt uns das Leid dieser Erde und weil es mir nicht gut geht, will ich den Herrn so schnell wie möglich einladen und Abfahrt. Keine Diskussion über den Sinn und Unsinn der Nummer gerade. Ich will zu meinem Sessel… schnell!
„Der Bus ist da“
Nun bitte ich die Dame ihrem Mann Schuhe zu holen, ihm erkläre ich, dass er nun aufstehen müsse.
Ohje… da hab ich ja was gesagt.
Wir werden von der Ehefrau angefaucht, ihr Mann könne doch in diesem Zustand unmöglich laufen, er ist sooooo schlapp und würde jeden Augenblick umfallen.
Ich erkundige mich ob zu der Grippe noch irgendwelche Vorerkrankungen kommen. Nö nö, der Herr ist kerngesund bis auf die Grippe eben.
Ich: „Mit einer Grippe kann man laufen“
Sie: „Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, man Mann hat 39,2 Fieber“
Jetzt ist es mir doch zu blöd.
Ich: „Also wenn es danach geht müsste Ihr Mann mich tragen! Ich habe 39,8 Fieber und sehe es überhaupt nicht ein, warum ich jemanden mit einer Erkältung tragen soll! Nicht mal wenn ich gesund wäre.“
Sie läuft zur Hochform auf: „Hören Sie mal, es Ihr Job kranke Menschen zu tragen! Es kann jawohl nicht wahr sein, dass mein Mann in seinem Zustand noch laufen muss. Ich werde mich über Sie beschweren!“ (ich bekomme Angst)
Er: „Ne lassen Sie mal ich versuch mal aufzustehen.“
Sie: „Nein Du bleibst schön liegen!“ (oh ha klare Fronten
)
Mir reicht es!
Ich: „Also entweder hohlen Sie Ihrem Mann jetzt sofort Schuhe und er kommt mit oder wir fahren!“
Sie: „Das ist eine bodenlose Frechheit!“
Er versammelt allen Mut (Achtung): „Nun lass mal Gabi, ich wollte doch sowieso nicht ins Krankenhaus. Morgen geh ich zu Dr. House und gut!“
Jetzt bricht das Gewitter los.
Er bekommt die Reise seines Lebens, was ihm einfällt, ihr so in den Rücken zu fallen. Er hat die Schnauze voll und will nicht länger bevormundet werden wie ein kleines Kind.
Wir können uns das lachen kaum verkneifen.
Um die Sache abzurunden, erkläre ich der Dame noch schnell die Bedeutung der Wortes „Rettung“, welches sich im Wort „Rettungsdienst“ versteckt und auf meinem Rücken steht, kläre sie darüber auf, dass Ihr Mann da wo er jetzt liegt (im Bett) am besten aufgehoben ist und Sie ihren Hausarzt anrufen soll, so wie ihr Mann das wollte *Öl-ins-Feuer-kipp*, gebe dem Mann zum Abschied die Hand und wünsch ihm viel Erfolg.
In Hamburg wird gerade ein Abfragesystem getestet um für genau so einen Scheiß Unsinn gar nicht erst einen RTW los zu schicken.
www.abendblatt.de/daten/2008/04/01/864013.html
Kurz: Der Rettungsdienst ist kein Taxi auf Kassenkarte! Solche Menschen, wie die Dame heute, sollten mal darüber nachdenken, wer sie reanimieren soll, wenn wir mit „fieberhaften Infekten“ ausgebucht sind!
Mein Kollege fährt zurück ich bin müde…